Dr. Jens Brandenburg

Bürokratie und Bevormundung größte Bremsklötze

Jens Brandenburg zu Gast im Rathaus Sandhausen

Der neu gewählte FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg hat Bürgermeister Georg Kletti im Sandhäuser Rathaus zu einem gemeinsamen Gespräch besucht. Seit Oktober vertritt er den Wahlkreis Rhein-Neckar in Berlin. Als Sprecher für Studium, berufliche Bildung und lebenslanges Lernen der FDP-Bundestagsfraktion setzt sich der 31-jährige Unternehmensberater für bessere Aufstiegschancen und zeitgemäße Lernbedingungen ein.

Neben dem persönlichen Kennenlernen standen aktuelle Herausforderungen vor Ort im Vordergrund des Gesprächs. „Wo drückt der Schuh in Sandhausen?“, erkundigte sich Brandenburg. Insgesamt ginge es der Gemeinde eigentlich gut, berichtete Bürgermeister Kletti. Die Kommune sei schuldenfrei, die Schulen gut ausgestattet und die Breitbandversorgung ordentlich. Das „Aber“ ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Im Gewerbegebiet herrsche in Sachen „Schnelles Internet“ derzeit noch Verbesserungspotential. Hier bemühe man sich darum, mittelfristig Lösungen zu finden.

Vor zwei Jahren dachte man darüber nach, für die überlastet Realschule in Walldorf eine Außenstelle für 150 Schüler in der Sandhäuser Werkrealschule anzubieten. Das wäre eine praktikable Lösung gewesen, die aber leider nicht möglich war, berichtete Kletti. Da im Schulgesetz eine vertikale Teilung der Jahrgangsstufen nicht vorgesehen ist, konnte das Projekt nicht umgesetzt werden.

Überhaupt seien Bürokratie und Bevormundung die größten Bremsklötze für die Kommunen. Während Sandhausen - wie viele andere Kommunen auch - im letzten Jahr mit dem knappen Wohnraum bei der Flüchtlingsunterbringung zu kämpfen hatte, wurden die baulichen Anforderungen an die Unterkünfte erhöht. „Solche Anforderungen erschweren die Arbeit vor Ort erheblich“, äußerte sich Brandenburg zu diesem Thema. „Gerade in Krisenzeiten brauchen wir ausreichend Flexibilität, um eine schnelle und unbürokratische Unterbringung zu gewährleisten.“

Zum Abschluss wünschte Bürgermeister Kletti dem FDP-Politiker einen guten Start in Berlin. Brandenburg bedankte sich herzlich für den Austausch und versprach, auch weiterhin das direkte Gespräch zu suchen und sich für Sandhausen einzusetzen.