Dr. Jens Brandenburg

Landrat Achim Brötel wirbt für stärkere Anerkennung der Ausbildungsberufe

Jens Brandenburg zu Gast im Landratsamt Neckar-Odenwald

Der neu gewählte FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg hat Landrat Dr. Achim Brötel im Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises in Mosbach zu einem gemeinsamen Gespräch besucht. Seit Oktober vertritt er den Wahlkreis Rhein-Neckar in Berlin. Gleichzeitig ist er auch Ansprechpartner für den Wahlkreis Neckar-Odenwald, für den er bereits im Landtagswahlkampf 2016 als Kandidat der FDP antrat. Als Sprecher für Studium, beruflich Bildung und lebenslanges Lernen der FDP-Bundestagsfraktion setzt sich der 31-jährige Unternehmensberater für bessere Aufstiegschancen und zeitgemäße Bildung ein.

Neben dem persönlichen Kennenlernen standen aktuelle Herausforderungen vor Ort im Vordergrund des Gesprächs. „Wo drückt der Schuh in Neckar-Odenwald?“, erkundigte sich Brandenburg. Brötel berichtete dem Abgeordneten von Defiziten in der Mobilfunkabdeckung, die den gesamten Landkreis betreffen. Die Anbieter haben sich zwar verpflichtet, die Abdeckung bis Ende 2019 auf landesweit 97% auszubauen. Ob und wie dies jedoch tatsächlich umgesetzt werde, stehe in den Sternen. Dem Landkreis seien die Hände gebunden, da mit finanziellen Investitionen automatisch einer der drei Anbieter bevorzugt würde, was nicht erlaubt sei. „Es liegt eindeutig ein Marktversagen der Anbieter vor. Der Landkreis muss die Möglichkeit haben, Abhilfe zu schaffen“, betonte Brötel. Ein nationales Roaming, bei dem der Kunde je nach Abdeckung zwischen den Anbietern automatisch wechseln kann, wäre eine Möglichkeit, gab Brötel dem FDP-Abgeordneten mit.

Anders als beim Mobilfunk sieht es bei der Breitbandversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis aus. Aktuell ist der Landkreis über das Vectoring der Telekom mit 100 Mbit versorgt, ab Sommer sollen sogar bis zu 250 Mbit erreicht werden. „Damit sind wir nicht am Ende angelangt. Langfristig planen wir auch die letzten 500 Meter Kupferkabel durch Glasfaser zu ersetzen und so die Geschwindigkeit noch weiter zu erhöhen“, betonte Brötel. Dafür sei aber eine Förderung durch den Bund erforderlich. Der FDP-Abgeordnete freute sich über das Engagement des Landkreises, sieht aber auch den Bund stärker in der Pflicht: „Mobilfunk und schnelles Internet gehören inzwischen zur Grundversorgung wie Wasser und Strom. Die Kosten für den Ausbau dürfen nicht an den Kommunen hängen bleiben, hier muss der Bund mehr investieren.“

Gut ausgebildete Fachkräfte seien im Neckar-Odenwald immer schwieriger zu finden, betonte Brötel mit Blick auf die regionale Wirtschaft. Besonders der Nachwuchs in klassischen Ausbildungsberufen wie dem Handwerk gehe zurück. Die Erhaltung der Berufsschulstandorte im Neckar-Odenwald-Kreis sei wichtig, um den Fachkräftenachwuchs in der Region zu halten. Beide waren sich einig, dass die Wertschätzung der Ausbildungsberufe in der Gesellschaft wieder steigen müsse: „Wir brauchen keine möglichst hohe Akademikerquote, sondern ein vielfältiges Bildungssystem. Dazu gehört die duale Ausbildung als wichtiges Standbein. Mit einem Meister-BAföG sollte der Bund die berufliche Ausbildung stärken“, ergänzte Brandenburg.

Zum Abschluss wünschte Landrat Brötel dem FDP-Politiker einen guten Start in Berlin. Brandenburg bedankte sich herzlich für den Austausch und versprach, auch weiterhin das direkte Gespräch zu suchen und sich für den Neckar-Odenwald-Kreis einzusetzen.