Dr. Jens Brandenburg

Bürgermeisterin Staab plädiert für neue Verkehrskonzepte und Entscheidungsfreiheit der Schulen

Jens Brandenburg zu Gast im Walldorfer Rathaus

Der neu gewählte FDP-Bundestagsabgeordnete und Walldorfer Neubürger Dr. Jens Brandenburg hat Bürgermeisterin Christiane Staab im Rathaus zu einem gemeinsamen Gespräch besucht. Seit Oktober vertritt er den Wahlkreis Rhein-Neckar in Berlin. Als Sprecher für Studium, berufliche Bildung und lebenslanges Lernen der FDP-Bundestagsfraktion setzt sich der 31-jährige Unternehmensberater für bessere Aufstiegschancen und zeitgemäße Lernbedingungen ein.

Neben dem persönlichen Kennenlernen standen aktuelle Herausforderungen vor Ort im Vordergrund des Gesprächs. „Wo drückt der Schuh?“, erkundigte sich Brandenburg. Walldorf geht es mit seinen hohen Gewerbesteuereinnahmen und der wachsenden Bevölkerungszahl besser als den meisten Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis. Aber auch hier gäbe es Baustellen, die angegangen werden müssten, berichtete Staab.

Die vielen Pendler und die steigende Einwohnerzahl führen zu Engpässen bei der Infrastruktur. Die Schulen und Kindergärten gelangen an Ihre Kapazitätsgrenzen, aber vor allem beim Thema Verkehr macht sich Staab Sorgen. Verkehrsprojekte, wie der Ausbau der L723 oder der B3, müssten schnellstens vorangetrieben und vor allem besser koordiniert werden, um den Wirtschaftsstandort attraktiv zu halten. „Eine übergreifende Verkehrsplanung in der Region ist unbedingt notwendig“, stimmte ihr Brandenburg zu. Auch innovative Konzepte will er in den Blick nehmen. So kann sich Bürgermeisterin Staab gut vorstellen, dass Walldorf als „Test-City“ für neue Verkehrskonzepte geeignet ist. Car-Sharing wird es bereits ab diesem Jahr in Walldorf geben, aber autonomes Fahren oder Gruppen-Schnell-Fahrspuren könnten Zukunftslösungen sein.

Auch beim Thema Bildungspolitik stieß Staab auf offene Ohren. Sie wünsche sich mehr Einfluss der Kommunen und der Schulen auf die Lehrinhalte und bei der Auswahl des Lehrpersonals. Brandenburg plädiert dafür, den Schulen vor Ort mehr Entscheidungsfreiheit zu lassen: „Welche Lehrkräfte und welche Ausstattung benötigt werden, können am besten die Schulen selbst entscheiden. Dazu müssen wir aus den starren föderalen Strukturen ausbrechen und das Kooperationsverbot endlich lockern.“

Angesprochen wurde auch das Thema Jugendvandalismus und die Ereignisse der Halloween-Nacht. Das sei inzwischen aufgeklärt und die Täter ermittelt worden, berichtete Staab. Lobenswert sei hier die Arbeit der Polizei und Staatanwaltschaft gewesen. So laufe es leider nicht immer, stellte Staab fest. Es sei immer noch mehr Jugendarbeit und mehr Polizei nötig, um solchen Taten zu verhindern.

Zum Abschluss wünschte Bürgermeisterin Staab dem FDP-Politiker einen guten Start in Berlin. Brandenburg bedankte sich herzlich für den Austausch und versprach, auch weiterhin das direkte Gespräch zu suchen und sich für Walldorf einzusetzen.